Was motiviert uns wirklich? Was motiviert uns auf Arbeit, unsere beste Leistung zu geben? Vor ein paar Wochen haben wir im Artikel „Geld als Demotivator“ schon damit aufgeräumt, dass Geld mittelfristig zu besserer oder höherer Arbeitsleitung motiviere.

Dan Ariely, ein amerikanischer Professor für Verhaltensökonomik, vertritt einen interessanten und nachvollziehbaren Standpunkt, zum Thema, was dann nun aber motiviere. Was wirklich motiviere, sind Anerkennung und die Bedeutung unserer Arbeit.

Das Erlebnis mit einem Studenten motivierte Ariely dazu, dies herauszufinden. Ein Student erzählte ihm davon, dass er für seinen Chef stundenlang an einer Präsentation gearbeitet hatte, die das Unternehmen für eine Fusion brauchte. Er steckte viel Energie in seine Arbeit, tüftelte und perfektionierte die Präsentation. Er war sehr motiviert bei seiner Arbeit. Als er sie an seinen Chef verschickte, bekam er als einzige Antwort: „Schöne Präsentation, aber die Fusion ist abgebrochen.“ Zu wissen, dass seine Arbeit keine Anerkennung finden würde, dass er für nichts gearbeitet hatte, brachte den Studenten nun in eine tiefe Motivationskrise.

Um diesen Sachverhalt zu untersuchen, machte Ariely ein Experiment. Er fragte Menschen Figuren mit Legosteinen zu bauen. Er bot an, dafür $3 zu bezahlen. Als die Leute die Figur gebaut hatten und sie überreichten, fragte er, ob sie noch eine bauen würden. Diesmal für $2,70. Dies ging so weiter und der Preis sank immer weiter, bis die Leute aufhörten mit bauen, da ihnen der Preis zu niedrig war.

Bei einer ersten Gruppe, nahm Ariely jedes Mal, wenn die Versuchspersonen eine neue Figur bauen wollten, die gerade gebaute Figur und stellte sie unter seinen Tisch. Bei einer zweiten Gruppe baute er jedes Mal, wenn er eine neue Figur für den geringeren Preis überreichte, die gerade gebaute Figur vor dieser Person auseinander.

Das Ergebnis überrascht erst einmal nicht sonderlich: Die Personen, deren Lego-Figuren sofort auseinander gebaut wurden, haben weniger gebaut als die, deren Figuren ganz geblieben sind.

Ariely wiederholte das Lego-Experiment in einer abgewandelten Form. Er gab den Versuchspersonen Zettel mit Buchstaben darauf. Die Aufgabe war in diesen gleiche Buchstabenpaare zu finden. Wie beim Lego-Versuch gab es dafür $3, beim nächsten $2,70, usw.

Bei der ersten Gruppe schrieben die Versuchspersonen ihren Namen auf das Blatt, bearbeiteten es und gaben die Blätter dem Versuchsleiter. Dieser schaute sich das Blatt an, sagte „Aha“ und legte sie neben sich auf seinen Schreibtisch.

Bei der zweiten Gruppe schrieben die Versuchspersonen ihren Namen nicht auf das Papier und der Versuchsleiter schaute sich das Papier nicht an, legte es aber weiterhin neben sich auf seinen Platz.

Bei der dritten Gruppe schaute der Versuchsleiter das Papier nicht mal an und schob es sofort in den Schredder.

Folgendes Diagramm zeigt, bis zu welchem Geldbetrag die jeweiligen Gruppen gearbeitet haben:

Die meisten Papiere hat die Gruppe bearbeitet, deren Arbeit gewürdigt wurde, die wenigsten die Gruppe, deren Arbeit sofort zerstört wurde. Das gleiche Ergebnis also, wie bei dem Lego-Test. Interessanterweise ist das Ergebnis der Gruppe, deren Arbeit zwar nicht zerstört, aber ignoriert wurde, fast gleich zu der Gruppe, deren Arbeit zerstört wurde. Es lässt sich ableiten, dass Zerstörung und Ignoranz für die Versuchspersonen gleich schlimm sind. Wenn eine Arbeit nicht gewürdigt wird, gar ignoriert wird, hat dieses Verhalten also die gleichen negativen Motivationsauswirkungen, wie wenn ich die Arbeit vor ihren Augen zerstöre!

Das gute Ergebnis ist jedoch: Auch wenn ich die Arbeit einer Person nicht gebrauchen kann (nicht weil sie schlecht ist, sondern z.B. durch Marktveränderungen, etc.) kann ich ihre Motivation dennoch erhalten, wenn ich die Arbeit anerkenne und ihr meine Zeit widme! Motivation ist also relativ einfach, wenn ich mir die Zeit nehme, die Leistung zu würdigen! Gerade bei schweren Arbeiten, wo eine gute Leistung schwerer zu erreichen ist, ist das Motivationsloch noch größer, wenn ich diese Leistung nicht würdige. Wenn sich meine Mitarbeiter anstrengen, ihr Herz in eine Sache inves