Darf ich mich Ihnen vorstellen?

Die meiste Zeit meines Lebens ging ich davon aus, dass ich wusste, was zu tun war. Nach einer recht turbulenten Schulzeit schloss sich ein Studium an, dass ich an irgendeinem Punkt in meiner Vergangenheit zum Abschluss brachte. Gefolgt von einer Zeit des Berufseinstiegs und den Jahren des Erwachsenwerdens. Was tut man so als Student? Was ist meine Rolle im Berufsalltag? Das Erlernen eines Handwerks, mit dessen Hilfe ich so viel Geld verdienen kann, dass meine Familie versorgt ist und ich meinen Bedürfnissen begegnen kann, waren meine Antworten auf die – aus meiner damaligen Sicht – recht einfachen Fragen. Neben meiner Arbeit beschäftige ich mich gern mit Menschen und deren Suche nach dem Sinn des Lebens. Zugegeben, dass tue ich häufig auch während meiner Arbeit, aber in der Freizeit ist es etwas anderes… Naja, wenn ich es mir recht überlege: vielleicht doch nicht.

Mein Name ist Heiko Andreas und ich bin …

… ja, wenn ich das nur so einfach beantworten könnte. Wie zum Beispiel mein Freund Perry.

Bevor ich diesen kleinen Hamster kennenlernte, wäre meine Antwort auf diese Frage wahrscheinlich gewesen: Ich bin Coach und Trainer! Vielleicht hätte ich Ihnen von meiner Arbeit als Pädagoge erzählt oder von meinen Investitionen in eine örtliche Gemeinde.

Als der kleine Klient durch die Tür meines Beratungsraumes trat, war mir nicht sofort klar, ob ich träumte oder wirklich wach war. Wie viele Coaches kennen Sie, die einen Hamster haben? Also gut, vielleicht haben die ein oder anderen einen in einem Käfig, oder sie haben einen Vogel, vielleicht auch irgend ein anderes Haustier. Aber ich hatte plötzlich eines, das eben nicht mehr in seinem Käfig bleiben wollte. Was antwortet man so einem kleinen Kerl, auf die Frage, ob man dabei behilflich sein kann? Ich weiß es noch wie heute. Ich bat ihn Platz zu nehmen und setzte mich selbst in einen meiner bequemen Sessel, nahm eine einigermaßen gefasste aktiv hörende Haltung ein, sah ihm ins Gesicht und antwortete mit versucht selbstsicherer Stimme … „vielleicht!“

Spricht man einen Hamster mit Sie an, oder sagt man du? „Also Perry, erzählen Sie doch mal, wie kommt es, dass Sie Ihren Käfig verlassen wollen?“

Diesen Teil der Geschichte kennen Sie wahrscheinlich schon aus meinem vorherigen Blog. Was Sie bisher noch nicht wissen ist, dass Perry und ich wirklich Freunde geworden sind. Über die vielen Treffen hinweg, in denen er mir von seinen Herausforderungen berichtete und ich ihm half seine Sehnsüchte in Worte zu fassen, erkannte ich die Parallelen seiner und meiner eigenen Suche nach Freiheit. Viele von uns hoffen jeden Tag, dass sich ihre Lebensumstände ändern, dass alles besser wird. Wir hoffen auf den Millionengewinn, den ewig andauernden Urlaub, die nächste Kur, die Beförderung oder den Partner fürs Leben. Wenn das erreicht ist, dann ändert sich endlich unser Leben und wir kommen der ersehnten Freiheit einen Schritt näher. So glauben wir. Möglicherweise ist das vielleicht auch so.

Perry zeigte mir jedoch einen völlig anderen Weg. Kann es sein, dass Freiheit zuerst in meinem Kopf entsteht? Könnte Freiheit viel mehr mit meiner eigenen Identität und meiner eigenen Sehnsucht zu tun haben? Was begrenzt meine Freiheit? Wodurch werde ich davon abgehalten mein Leben zu gestalten?

Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob Perry sich selbst darüber im Klaren ist, wie revolutionär sein ständiges Fragen, das wie ein kleiner Presslufthammer auf mein Gehirn einschlug, für mein eigenes Leben war.

Aber das war es! Und ist es noch. Vielleicht waren es die Erkenntnisse aus unserer Freundschaft, die in mir den Wunsch aufkeimen ließen, wie all die anderen Personal Coaches hier bei Wegvisor Menschen zu unterstützen und zu begleiten, ihre Freiheit zu entdecken oder in eine neue Freiheit zu gelangen.

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