Dieses Jahr verbrachte ich einen wunderschönen Urlaub in Schottland. Ich liebe dieses Land, die Landschaft, das Licht, das Wetter und den Whisky. Und nein, es hatte nicht nur geregnet – die Sonne schien warm, und ich kam im Spätsommer auch noch mit kurzen Hosen ins Schwitzen.

Um das schöne Land zu bereisen, mieteten wir ein kleines Auto. Schon früher bin ich einmal im Linksverkehr gefahren. So glaubte ich, dass mich dieser Umstand nicht vor eine sonderliche Herausforderung stellen würde. Gesagt, getan – ich stieg ein und los ging es.

Am Anfang war mein Bewusstseinsspeicher dennoch voll ausgelastet. „Links bleiben! Links bleiben!“ Immer wieder rief ich es mir in mein Gedächtnis. „Achtung Kreuzung – wo muss ich rauskommen? Puh, hat geklappt.“  Die ersten Meilen waren anstrengend, besonders da wir in der Großstadt gestartet waren und der Weg nach draußen trotz Navigationsgerät nicht so leicht zu finden war.

Glücklicherweise kam ich schnell rein und obwohl alles spiegelverkehrt ablief, nahm mein Unterbewusstsein mir immer mehr Handlungsabläufe ab. Bis auf diese eine Sache, die merkwürdiger Weise immer mal wieder vorkam…

Anfahrt zum Kreisverkehr. Ich bremse sanft ab. Kurzer Blick nach rechts – der Verkehr ist frei. Ich will in den 2. Gang schalten. KRATZ! Erschrocken realisiere ich: Ich bin im Rückwärtsgang gelandet.

Bevor Sie jetzt ein eventuell nicht ganz richtiges Bild von mir bekommen: Ich bin ein guter Autofahrer. Zumindest lande ich normalerweise immer sicher im 2. Gang, wenn ich dorthin schalten will.

Wenn Sie sich die Kulisse eines  manuellen 5-Gang-Schalters vor Augen führen, werden Sie feststellen, dass der 2. Gang und der Rückwärtsgang meist in sehr unterschiedlichen Richtungen liegen. Der Rückwärtsgang oft unten rechts, der 2. Gang in diesem Fall auf der gegenüberliegenden Seite – unten links.

Mit dem Gefühl eines Fahranfängers fragte ich mich, wie das passieren konnte. Es half mir nicht, wenn ich mir sagte: „Der 2. Gang ist unten links.“ Auch ein paar Mal danach landete ich wieder im R-Gang.

Denn das war nicht das Problem – die Lage der Gänge kannte ich! Das Problem lag woanders. Nämlich in dem mir innewohnenden routinierten Bewegungsablauf: „Um in den zweiten Gang zu schalten, zieh ich den Hebel an meinen Körper und drücke ihn herunter“. Der war nun nicht mehr sonderlich hilfreich, er war sogar schädlich. Denn wenn sich das Lenkrad nicht links, sondern rechts der Schaltkulisse befindet, landet man mit eben diesem Bewegungsablauf – im R-Gang! Als mir dieses Licht aufging konnte ich mir nun statt „ziehen“ die Bewegung „drücken“ ins Bewusstsein rufen. Mit etwas Konzentration half es am Ende meinen Ohren und das Getriebe des Autos war mir sicher auch dankbar.

Ich dachte noch öfter an diese „2.-Gang-Geschichte“. Ist es im persönlichen Leben nicht manchmal auch so? Wir haben Probleme mit etwas, merken, dass wir etwas ändern wollen, doch leider stoßen wir immer wieder an die gleichen Grenzen.

Wir arbeiten hart an uns, besuchen Seminare, lesen Bücher und probieren so manches Werkzeug aus, doch am Ende bleibt alles beim Alten und das Ergebnis fühlt sich unbefriedigend an. Vielleicht arbeiten wir die ganze Zeit an der falschen Stelle? Vielleicht liegt der Ursprung der Barrieren, die uns daran hindern uns weiter zu entwickeln, unsere Ziele zu erreichen und Kernwerte zu vermehren wo ganz anders?

Wenn Sie viel versucht haben um persönliche Veränderungsprozesse in Gang zu bringen doch bisher der erhoffte Erfolg aus blieb, mache ich Ihnen Mut, dran zu bleiben. Vielleicht ist Ihnen im Moment nur nicht der richtige Ansatzpunkt bewusst. Ein Coach kann Ihnen helfen. Deshalb bietet WEGVISOR Personal Coaching an, um gemeinsam die wirkungsvollsten Strategien für Ihr persönliches Wachstum zu entdecken. Wenn Sie Interesse haben, dann rufen Sie uns gern an!

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